Wenn Originalteile nicht mehr verfügbar sind, entwickle ich funktionsgleiche oder verbesserte Ersatzlösungen. Das ist Reengineering – die Neuentwicklung auf Basis technischer Anforderungen.
Mit 10+ Jahren Erfahrung im Eisenbahnsektor kenne ich die Anforderungen. Von der Analyse bis zur fertigen Lösung begleite ich Sie durch den gesamten Prozess.
Was ist Reengineering?
Reengineering bedeutet: Ich entwickle ein neues Bauteil. Basierend auf den Anforderungen des defekten oder obsoleten Originalteils.
Abgrenzung zu Reverse Engineering
Reverse Engineering:
- Nachbau eines vorhandenen Teils
- Ziel: 1:1-Kopie des Originals
- Basis: Vermessung eines Musters
Reengineering:
- Neuentwicklung auf Basis von Anforderungen
- Ziel: Funktionsgleich oder optimiert
- Basis: Analyse von Funktion und Belastung
Wann ist Reengineering sinnvoll?
Reengineering ist die richtige Lösung, wenn:
- Das Originalteil nicht mehr verfügbar ist
- Keine Zeichnungen existieren
- Das defekte Teil nicht mehr vermessbar ist
- Das Original Schwächen hatte (häufige Ausfälle)
- Modernere Lösungen möglich sind
- Material oder Verfahren des Originals nicht mehr zulässig sind
Der Reengineering-Prozess
Ich arbeite systematisch und strukturiert. Das sichert beste Ergebnisse.
Phase 1: Anforderungsanalyse
Funktionsermittlung:
Was muss das Bauteil leisten? Welche Kräfte, Temperaturen, Umgebungsbedingungen gibt es?
Schadensanalyse:
Warum ist das Originalteil ausgefallen? Welche Schwachstellen gab es? Was muss verbessert werden?
Randbedingungen:
Welche Einbaumaße sind vorgegeben? Welche Schnittstellen zu anderen Bauteilen gibt es? Welche Normen müssen eingehalten werden?
Dokumentation:
Ich dokumentiere alle Erkenntnisse. Das wird Basis für die Neuentwicklung.
Phase 2: Konzeptentwicklung
Lösungsvarianten:
Ich entwickle mehrere technische Konzepte. Jedes mit Vor- und Nachteilen.
Materialauswahl:
Moderne Werkstoffe bieten oft bessere Eigenschaften. Ich wähle optimal für Ihre Anwendung.
Fertigungsverfahren:
Aktuelle Technologien ermöglichen oft bessere Lösungen. 3D-Druck, CNC-Fräsen, moderne Gussverfahren.
Wirtschaftlichkeit:
Ich bewerte Kosten, Lieferzeit und Verfügbarkeit. Sie erhalten eine fundierte Entscheidungsgrundlage.
Phase 3: Konstruktion und Berechnung
CAD-Konstruktion:
Ich erstelle vollständige 3D-Modelle. Mit allen Details und Toleranzen.
Festigkeitsberechnung:
FEM-Analysen sichern die Belastbarkeit. Das Bauteil wird nicht überdimensioniert, aber sicher ausgelegt.
Optimierung:
Iterative Verbesserung des Designs. Für optimales Verhältnis von Funktion, Gewicht und Kosten.
Zeichnungserstellung:
Fertigungszeichnungen nach aktuellen Standards. Mit allen erforderlichen Angaben für den Lieferanten.
Phase 4: Prototyping und Test
Erstmuster:
Fertigung eines Prototyps beim qualifizierten Lieferanten. Mit vollständiger Qualitätskontrolle.
Prüfung:
Maßprüfung, Materialprüfung, ggf. Funktionstest. Dokumentation aller Ergebnisse.
Anpassungen:
Falls nötig optimiere ich das Design. Basierend auf den Prüfergebnissen.
Freigabe:
Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie die Freigabedokumentation. Für Ihre Unterlagen und Behörden.
Phase 5: Serienfertigung
Lieferantenauswahl:
Ich finde den optimalen Fertigungsbetrieb. Mit Erfahrung in Bahnkomponenten und Qualitätssicherung.
Beschaffung:
Vom Rohmaterial bis zum fertigen Bauteil. Mit Begleitung und Qualitätskontrolle.
Dokumentation:
Sie erhalten vollständige technische Unterlagen. Zeichnungen, Zertifikate, Prüfprotokolle, Konformitätserklärungen.
Wiederbeschaffbarkeit:
Die Fertigung ist für die Zukunft gesichert. Sie sind nicht mehr vom Originalhersteller abhängig.
Vorteile von Reengineering
Technische Vorteile
Moderne Materialien:
Höherfeste Stähle, verschleißfestere Beschichtungen, temperaturbeständigere Kunststoffe. Aktuelle Werkstoffe übertreffen oft alte Lösungen.
Optimierte Geometrie:
Schwachstellen des Originals werden behoben. Spannungsspitzen reduziert. Lebensdauer erhöht.
Bessere Fertigung:
Moderne CNC-Technik ermöglicht präzisere Toleranzen. 3D-Druck erlaubt komplexe Geometrien.
Aktuelle Normen:
Das neue Bauteil erfüllt heutige Standards. TSI-konform, mit aktuellen Sicherheitsanforderungen.
Wirtschaftliche Vorteile
Unabhängigkeit:
Sie sind nicht mehr vom Originalhersteller abhängig. Neue Lieferantenbeziehung aufgebaut.
Verfügbarkeit:
Wiederbeschaffbarkeit für die Zukunft gesichert. Keine Obsoleszenz-Risiken mehr.
Kostenoptimierung:
Oft günstiger als Originalteile. Besonders bei kleinen Stückzahlen oder Einzelstücken.
Längere Fahrzeugnutzung:
Fahrzeuge können länger betrieben werden. Vorzeitige Außerdienststellung vermieden.
Strategische Vorteile
Know-how-Aufbau:
Sie erhalten vollständige Dokumentation. Unabhängigkeit vom Original-Know-how des Herstellers.
Flexibilität:
Anpassungen und Modifikationen sind möglich. Ohne Rücksprache mit dem Originalhersteller.
Second-Source:
Alternative Bezugsquelle etabliert. Versorgungssicherheit erhöht.
Typische Reengineering-Projekte
Mechanische Komponenten
Zahnräder und Getriebeteile:
Oft sind alte Verzahnungen verschlissen. Ich entwickle neue Zahnräder mit modernen Werkstoffen und optimierter Feingeometrie. verbesserte Härteverfahren verlängern die Lebensdauer.
Wellen und Achsen:
Brüche durch Materialermüdung? Ich analysiere die Belastung. Optimiere die Geometrie. Wähle verbesserte Werkstoffe.
Lagerungen und Buchsen:
Verschleiß an Gleitlagern oder Buchsen? Moderne Beschichtungen oder alternative Lagertypen erhöhen die Standzeit.
Elektronische Baugruppen
Steuerplatinen:
Alte Elektronik ist oft obsolet. Ich entwickle funktionsgleiche Platinen mit aktuellen Bauteilen.
Sensoren:
Nicht mehr lieferbare Sensoren ersetze ich durch moderne Alternativen. Mit Anpassung der Schnittstellen.
Anzeigen und Bedienelemente:
Alte Displays oder Schalter durch aktuelle Technik. Mit gleicher Funktionalität und Montage.
Hydraulik und Pneumatik
Ventile und Zylinder:
Auslaufende Hydraulikkomponenten durch moderne Alternativen. Mit Anpassung an vorhandene Leitungen.
Dichtungen:
Nicht mehr verfügbare Dichtungen nach modernen Standards. Mit besseren Materialien und längerer Lebensdauer.
Praxisbeispiel: Getriebezahnrad
Ausgangssituation
Ein ÖPNV-Betrieb benötigte ein Zahnrad für ein 30 Jahre altes Straßenbahn-Getriebe. Das Originalteil war nicht mehr lieferbar. Der Hersteller existierte nicht mehr. Keine Zeichnungen vorhanden.
Herausforderungen
- Defektes Zahnrad stark verschlissen (Vermessung schwierig)
- Hohe Belastung im Betrieb
- Kleinstückzahl (nur 3 Fahrzeuge dieser Bauart)
- Kurze Beschaffungszeit gefordert
Reengineering-Prozess
Schritt 1: Analyse
Vermessung des verschlissenen Zahnrads. Rekonstruktion der Sollmaße. Materialanalyse ergab: 18CrNiMo7-6 (Einsatzstahl).
Schritt 2: Berechnung
Belastungsermittlung aus Fahrzeugdaten. Festigkeitsberechnung nach DIN 3990. Absicherung gegen Zahnfußbruch und Grübchenbildung.
Schritt 3: Optimierung
Leichte Geometrie-Anpassung zur Spannungsreduktion. Verbesserung der Zahnfußrundung. Moderneres Härteverfahren vorgesehen.
Schritt 4: Fertigung
Lieferant mit Erfahrung in Bahnanwendungen gefunden. Erstmuster gefertigt und geprüft. Kleinserie produziert (6 Stück für Vorrat).
Ergebnis
- Lieferzeit: 14 Wochen (trotz Neuentwicklung)
- Kosten: unter geschätzten Originalkosten
- Qualität: Härteprüfung, Verzahnungsprotokoll, Dokumentation komplett
- Verfügbarkeit: Wiederbeschaffbar beim neuen Lieferanten
Kundennutzen:
Fahrzeuge wieder voll einsatzfähig. Keine weiteren Obsoleszenz-Risiken bei diesem Bauteil. Ersparnis gegenüber Fahrzeugaußerdienststellung: ~500.000 €.
Normen und Zulassung
Reengineering muss normkonform erfolgen. Ich stelle sicher:
Mechanische Komponenten:
- DIN EN Standards
- TSI (Technical Specifications for Interoperability)
Elektrische Komponenten:
- DIN EN Standards
- Relevante TSI-Vorschriften
Dokumentation:
- Konstruktionsunterlagen vollständig
- Festigkeitsnachweise nach Norm
- Materialzertifikate (3.1 oder 3.2)
- Prüfprotokolle lückenlos
- Konformitätserklärungen
Zulassung:
Bei Bedarf begleite ich den Zulassungsprozess.
Kosten und Zeitrahmen
Typische Kosten
Entwicklungskosten:
abhängig von Komplexität
Prototyp:
abhängig vom Bauteil oder Baugruppe
Serie:
Stückkosten oft niedriger als Originalteile
Dokumentation:
nach Aufwand
Typischer Zeitrahmen
Einfache mechanische Teile: 8-12 Wochen
Komplexe Baugruppen: 12-20 Wochen
Elektronik: 10-16 Wochen
Bei Eilfällen:
Express-Bearbeitung möglich. Sprechen Sie mich an!
Unterschied zu Standardbeschaffung
| Aspekt | Standard-Beschaffung | Reengineering |
|---|---|---|
| Basis | Vorhandenes Teil | Anforderungen |
| Aufwand | Niedrig | Hoch |
| Kosten | Niedrig | Höher |
| Qualität | Original | Optimierbar |
| Verfügbarkeit | Abhängig | Gesichert |
| Dokumentation | Vom Hersteller | Komplett neu |
| Anpassbarkeit | Keine | Möglich |
Reengineering kostet mehr als einfache Nachfertigung. Aber: Sie erhalten eine moderne, optimierte Lösung. Mit langfristiger Verfügbarkeit.
Warum mit mir?
Technische Expertise:
M.Sc. Maschinenbau (TU Freiberg). 10+ Jahre Erfahrung im Eisenbahnsektor. Von Wälzlagern bis komplette Fahrzeuge.
Praxiswissen:
Ich kenne die Anforderungen im Bahnbetrieb. Nicht nur Theorie, sondern echte Anwendererfahrung.
Netzwerk:
Zugriff auf spezialisierte Fertigungsbetriebe. Kontakte zu Prüfstellen und Zulassungsexperten.
Ganzheitlich:
Von der Idee bis zur Serie. Mit Dokumentation.
Persönlich:
Als Einzelunternehmer arbeite ich direkt mit Ihnen. Kurze Wege, schnelle Entscheidungen.
Mehr über mich
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Wir besprechen Ihre Anforderungen. Ich gebe Ihnen eine erste Machbarkeitseinschätzung.
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